Bericht über Rollschuhlauf in Indien von Kurt Steidle
Anlässlich unserer letztjährigen Indienreise (Marlene und Kurt Steidle) sind wir auf eine kleine Rollschuhbahn gestoßen, wo mit mehr als 30 und 40-jährigen Rollschuhen Anfängerkurse veranstaltet wurden. Wir sind mit dem Trainer ins Gespräch gekommen und wieder zu Hause wollten wir den indischen Kindern bessere Rollschuhmöglichkeiten geben. Man muss sich vorstellen, dass neue Rollschuhe, wenn überhaupt für die Leute erschwinglich sind, ca. einen halben Monatslohn kosten.
Im Zuge einer Sammelaktion beim Rollschuhclub Liestal haben wir Occasionsmaterial wie Schuhe, Rollen, Kugellager, Helme etc. gesammelt und teilweise auch gekauft und diese 150 kg per Schiff nach Südindien verschifft, wo sie auch anfangs Oktober eintrafen. (Nochmals ein herzliches Dankeschön an den RSC Liestal)
Gleichzeitig habe ich (Kurt Steidle) mit dem dortigen Trainer vereinbart, im November zu einem mehrtägigen Training nach Cochin zu kommen. Reise geplant, noch mit zusätzlichen Material und Rollschuhbüchern im Gepäck wurde ich von Freunden in Südindien empfangen.
Am nächsten Tag frühmorgens wurde ich mit dem Auto abgeholt und zusammen fuhren wir an die Kerala Championships, wo Inline, Quads-Rennen in- und outdoor stattfanden, Kunstlauf in den Anfängen ausgeführt sowie Rollhockey gespielt wurde mit Material aus den verschiedensten Epochen. Aber alle waren mit Begeisterung und Eifer dabei, Eltern wie Sportler. Zu sagen ist, dass der Schnellauf die am weitesten entwickelte Disziplin war, konnte man doch schon Inline-Rollschuhrennen verfolgen. Da noch Monsum herrschte, das Dach der kleinen Halle nicht dicht war, wurde halt immer wieder unterbrochen und der Boden gewischt. Die Outdoor Rennen fanden auf einem von 2 Lastwagen abgesperrten Strassenteil mit Spitzkehre statt. Ein Erlebnis seltener Art. Spät nachts fuhren wir am Sonntag wieder zurück nach Cochin. In der folgenden Woche hatte ich die Möglichkeit in 3 öffentlichen Schulen zusammen mit dem Trainer Kalam Schnellaufkurse zu geben. Mit einer Begeisterung und einer beispiellosen Disziplin waren die Kinder am Werk. Mit Englisch und Händen und Füssen wurden die Erklärungen gegeben. Dienstagmorgen um 6.00h war eines der Trainings angesagt, da nur zu dieser Stunde ein geeignetes Stück Strasse vom Verkehr frei war. Die restlichen Strassen mit ihren Schlaglöchern infolge Monsums und anderer Erschwernisse wie Verkehrschaos sind für Fussgänger und Rollschuhläufer nicht geeignet!!
Diese 10 Tage werden mir immer in Erinnerung bleiben. Die Gastfreundschaft ist enorm und hat mich tief beeindruckt
Kurt Steidle










